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Fasel

Bild: Fasel

Das zwei Werkstoffrohr

Mitte der 80er Jahre hatte Georg Fasel die entscheidende Idee.
Er kombinierte die Materialeigenschaften zweier Rohrmaterialien zu einem Kanalrohrsystem, das später den Markennamen FABEKUN tragen sollte, der sich aus den Wörtern Fasel, Beton und Kunststoff zusammensetzt.

Der Effekt: Durch den Beton ergibt sich die nötige Stabilität und durch den Kunststoff eine hohe Korrosionsbeständigkeit.

Heute produziert das Unternehmen im Westerwald in der dritten Generation in erster Linie Kanalrohre und Schächte und kann für sich in Anspruch nehmen, mit weitem Abstand Marktführer im Bereich der hochwertigen, aus Kunststoff und Beton zusammengesetzten Kanalrohrsysteme zu sein.

Thomas Fasel, der in der Geschäftsführung der Gebr. Fasel Betonwerk GmbH für Vertrieb und Verwaltung verantwortlich ist, führt zur Produkthistorie aus:
„Mein Bruder hatte von Anfang an das Ziel, das perfekte Rohr zu bauen und es sich dann patentieren zu lassen“.
Dieser, inzwischen verstorbene Bruder Georg, arbeitete in der 80er Jahren als Bauleiter im Tiefbau und ärgerte sich über die seiner Überzeugung nach ungenügende Stabilität und den Auftrieb der verlegten Kunststoffrohre gleichermaßen wie über die Korrosionsanfälligkeit der Betonrohre. Bis er auf die Idee kam, die beiden Materialien zu einem System zu kombinieren – ein System, das zwei vollwertige Rohre zusammenbringt, die auch unabhängig voneinander zuverlässig funktionieren.

Doch der Markt seinerzeit war zunächst skeptisch gegenüber dem „Doppelrohr“.

Wie häufig, so kam auch hier der Zufall zu Hilfe:
Eine Großwäscherei suchte Ende der 80er Jahre Rohre, die sowohl widerstandsfähig gegen die spezifischen Abwässer der Wäscherei sind als auch die hohen Wassertemperaturen aushalten.
So kamen die FABEKUN-Rohre zum ersten Mal zum Einsatz.
„Über dreißig Jahre später sind diese Rohre immer noch im Einsatz und sehen aus wie am ersten Tag“, erzählt Thomas Fasel und verweist dabei auf eine jüngst stattgefundene Kamerabefahrung.

Hierauf aufbauend konnte dann die Produktion Ende der 80er Jahre beginnen, wobei am Anfang nur jeweils vier Rohre das Werksgelände in Nisterau verließen.

Seitdem hat sich einiges entwickelt.
So werden seit 1990 auch Halbschalenschächte und seit 1995 Schächte mit Kunststoffvollauskleidung gefertigt.
Zudem können heute die Kanalrohre in Nennweiten von DN 200 bis DN 1200 auf zwei Anlagen entsprechend DIN EN 1916 / DIN V 1201 produziert werden.

Das FABEKUN-Kanalrohrsystem wurde für besondere Ansprüche in der Wassertechnologie konzipiert, unabhängig ob es Regenwasser, Schmutzwasser oder Frischwasser transportiert.

Es gilt als ein besonders dichtes und langlebiges Kanalrohrsystem von hohem Gebrauchswert, das den ganzen Bereich vom Regenfallrohr bis zur Kläranlage abdeckt.

Das Doppeldichtsystem, besteht bei jedem Rohr aus zwei unabhängig voneinander funktionierenden Dichtungen:
Einer innen gekammerten Dichtung im Kunststoffrohr und einer äußeren Dichtung der Betonrohre.
Bei Rohren mit Muffenauskleidung sind die Dichtungen in der Muffe integriert.
Das Doppeldichtsystem macht es möglich, dass die Rohre selbst in Trinkwasserschutzgebieten gemäß Arbeitsblatt ATV-A 142 „Abwasserkanäle und -leitungen in Wassergewinnungsgebieten“ verlegt werden können.

Neben Trinkwasserschutzgebieten wird das Rohrsystem insbesondere auch in Grubensenkgebieten, von Molkereien und überall dort eingesetzt, wo chemische Substanzen auftreten.
„Ich kann mir kaum eine Anforderung vorstellen, die das System nicht erfüllt“, so Fabian Fasel, Sohn des Entwicklers und in der Geschäftsführung für Technik und Betriebsführung zuständig.

Durch die Korrosionsbeständigkeit des innenliegenden Kunststoffrohres ist das Produkt bei Abwässern im pH-Bereich von pH 2 (sauer) bis pH 12 (basisch) einsetzbar, wobei sich hier der konzeptionsbedingte Vorteil einstellt, denn das Kunststoffrohr schützt den Beton vor Korrosion und das Betonrohr den Kunststoff gegen Verformung durch statische Belastung.

Zudem bringen die Kunststoffrohre, die vom Kunststoffrohrhersteller Funke aus Hamm zugeliefert werden, ihre positiven hydraulischen Eigenschaften und ihre hohe Maßgenauigkeit in das Endprodukt ein.

„Axialverschiebungen, Durchbiegungen, undichte Rohrverbindungen und Muffenversätze gehören der Vergangenheit an“, so Fabian Fasel.

Alle Komponenten des Doppelrohrsystems halten die vorgegebenen Standards nicht nur ein, sondern übertreffen diese in der Regel noch, was von unabhängigen Prüfinstituten regelmäßig getestet und überwacht wird, wie der Hersteller ausführt.
All das zusammengenommen zielt auf die hohe Lebensdauer des Systems von bis zu 100 Jahren.

Basis dafür ist der hohe Qualitäts- und Serviceanspruch, der die drei Geschäftsführer – neben Thomas und Fabian Fasel der für die Betriebsführung zuständige Stefan Fasel – umtreibt.

Grundlage der Produktqualität sind ständige Qualitätskontrollen und Mitarbeiterschulungen genauso, wie eine persönliche Baustellenbetreuung.
Zum Qualitätsanspruch des mittelständischen, familiengeführten Unternehmens zählt aber auch, ein direkter Draht zum Kunden und flexibel auf deren Anforderungen eingehen zu können.

„Unseren Kunden steht immer ein persönlicher Ansprechpartner im Innen- und Außendienst zur Verfügung“, betont Stefan Fasel. Genauso wie die beiden anderen Geschäftsführer ist er regelmäßig auf den Baustellen persönlich vor Ort und übernimmt Baustelleneinweisungen, die für Fasel obligatorisch und für die Mitarbeiter der Baufirmen kostenlos sind.

Das Unternehmen führt zu den Verkaufswerten aus, dass das Rohr einen Anteil von 65 % und die Schächte einen Wert von 25 % erreichen.
Die restlichen Prozente werden mit dem Zubehörverkauf erwirtschaftet.

August 2017