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Ischebeck

Abb.: Ischebeck

Liegendes Alu-Schalungsgerüst

Der Entsorgungsverband Saar (EVS) lässt seit November 2016 für rund eine Million Euro ein neues Pumpwerk im saarländischen Ingweiler (Homburg-Einöd) unweit der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz errichten, denn das bestehende Pumpwerk aus dem Jahr 1980 muss ersetzt werden, da es nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik entspricht.

Der Auftrag hierfür ging nach öffentlicher Ausschreibung an die Zweibrücker Wolf & Sofsky SF Tief- und Ingenieurbau GmbH, ein Unternehmen der Wolf & Sofsky Firmengruppe.

Für das neue Pumpwerk wurde zunächst eine etwa 10 × 8 Meter große Baugrube mit einer Tiefe von 11 Metern ausgehoben, welche mit einer Bohrpfahlwand mit Pfählen von 90 cm Durchmesser gesichert wurde.

Innerhalb der Baugrube entstanden zwei Schächte.
Der größere wies mit etwa 5 × 5,4 Metern eine fast quadratische Grundfläche auf .
Der kleinere Schacht war mit 2,5 × 5,4 Metern somit wesentlich schmaler.

Das eingesetzte Schalungsmaterial wurde durch das Familienunternehmen, die HSB GmbH aus Ensdorf, geliefert.

Ursprünglich war angedacht, eine Wandschalung mit Klebeankern und Spannstäben in der Bohrpfahlwand zu verankern.

Diese Idee wurde jedoch wieder verworfen, da die hohe Anzahl an 28er Bewehrungsstählen in den Bohrpfählen Probleme beim Bohren der Ankerlöcher verursacht und somit zu einer Bauzeitverlängerung geführt hätten.

In Absprache mit Elmar Anna, dem Bauleiter bei Wolf & Sofsky, schlug Johannes Werth, Schalungs- techniker bei HSB, vor, das Alu-Schalungsgerüst TITAN von Ischebeck liegend einzubauen und auf diese Weise die einhäuptige Wandschalung abzusichern und den entstehenden Frischbetondruck von bis zu 50 kN/m2 abzutragen.

„Für uns war dabei von Vorteil, dass wir die Stütztürme, nachdem sie einmal aufgebaut waren, wiederholt komplett einsetzen konnten, weil die Wandschalung in zwei Takten von je ca. 5 Metern Höhe hergestellt wurde“, so Herr Anna.

Zur Vorbereitung der Schalungsarbeiten wurden an jeder Wandseite der Schächte zunächst mehrmals zwei (an der Trennwand der Schächte drei) senkrecht nebeneinander stehende Alu- Schalungsträger TITAN 225 mit einer Länge von je 5,40 Metern von innen gegen die Logo-Wandschalung gesetzt, über die dann die Gurtung erfolgte.

Die Wandschalung wurde dabei mit Ausschal-Innenecken erstellt, so dass man die Schalungselemente großflächig ausschalen und zum zweiten Takt umsetzen konnte.

Zur Aussteifung der Schachtwände kamen als Stütztürme anschließend die waagerecht gelegten Alu-Schalungsgerüste zum Einsatz, welche außerhalb der Baugrube am Boden liegend vormontiert wurden.

Der Polier Willi Neisius war überrascht, wie leicht sich die relativ wenigen Einzelteile zusammenbauen ließen.
„Das Zusammenbauen der Türme sowie der Ein- und Ausbau in den beiden Schächten haben wirklich gut funktioniert.“

Zudem ermöglichten die in vielen Größen erhältlichen Alu-Aussteifungsrahmen eine einfache Anpassung an die Schachtmaße.

Die vormontierten Türme wurden nun nacheinander liegend mit dem Kran eingehoben, zum Teil mit Kanthölzern voneinander getrennt.
Zuunterst in beiden Schächten jeweils zwei quer liegende Türme nebeneinander, darüber dann über Kreuz eine Schicht längsliegender Türme (im großen Schacht zwei nebeneinander, im kleinen Schacht nur einer).
Dann wieder querliegende Türme usw., so wurden insgesamt fünf Lagen übereinander gestapelt.

Zu allen vier Seiten hin konnten so die Türme zwischen den Aluträgern positioniert werden, wobei die Spindeln jeweils über eine Vierwegekopfplatte mit Hilfe von Klemmstücken mit den Alu-Schalungsträgern verbunden wurden.

Laut dem Schalungsspezialisten „eine absolut sichere Abstützung der Wandschalung zu allen Seiten hin.“

Zur Realisierung des zweiten Schaltaktes wurden die einzelnen Stütztürme mit dem Kran heraus- und, nach erfolgtem Umsetzen der Wandschalung, komplett montiert wieder eingehoben.

Inzwischen sind die Schalungsarbeiten abgeschlossen, mit denen sich Daniel Brill, Geschäftsführer von Wolf & Sofsky und sein Bauleiter äußerst zufrieden zeigten.

Das Pumpwerk soll dann planungsgemäß im Herbst in Betrieb genommen werden.

August 2017