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Heidelberger

Bild: Heidelberger Beton GmbH

Stabile Straßenbankette

Begegnen sich zwei Fahrzeuge auf einer schmalen Straße, sind Ausweichmanöver nicht auszuschließen und einer der Fahrer ist dann genötigt, das Bankett zu befahren.

„Allerdings sind diese klassischen Befestigungen aus Schotterrasen oder Rasengittersteinen häufig nicht stabil genug, sodass sich schnell Schlaglöcher bilden. Der technische und finanzielle Unterhaltungsaufwand ist für den Baulastträger immens“, erläutert Siegfried Riffel, Projektmanager Infrastruktur bei HeidelbergCement.

Eine Schlüsselrolle für den Bau des Streifens rechts und links der Fahrbahn spielt das richtige Material:
Es muss zum einen gut zu verarbeiten sein, zum anderen muss es nach Fertigstellung stabil sein, also auch der Belastung schwerer Fahrzeuge standhalten, und es muss wasserdurchlässig sein.

„Idealerweise sollte es sich zudem optisch von der Fahrbahn absetzen und bei den Nutzern nicht den Eindruck einer breiteren Straße erwecken. Wir möchten die Autofahrer ja nicht zum Rasen animieren“, ergänzt Riffel.

Bankettbeton von Heidelberger Beton, so die Unternehmensmitteilung, bringt alle nötigen Eigenschaften mit.

Zu diesem Urteil jedenfalls kommen die beteiligten Experten nach Abschluss des ersten Projekts im November 2014 in Münster.
Dort wurde eine schmale Asphaltstraße beiderseits mit Banketten befestigt und kurz darauf als Umleitungsstraße für eine Bundesstraße genutzt, wobei das Bankett einen sehr standfesten Eindruck hinterließ.

Dieser Erfolg führte zu einer positiven Nachfrageentwicklung des Produktes, so wurden in 2015 viele weitere Projekte abgeschlossen.
Unter anderem wurde auf der Bundesautobahn A61 zwischen der Anschlussstelle Gundersheim und dem Autobahnkreuz Alzey die Fahrbahndecke erneuert, und im Zuge der Bauarbeiten erfolgte auch eine Teilerneuerung des Banketts – und zwar über eine Länge von ca. 840 Metern, 1,10 m Breite und in einer Dicke von zirka 25 cm im Mittel.

Hier zeigte sich, wie wichtig die einzelnen Komponenten für die Verarbeitung sind.

So stellt beispielsweise erst die Zugabe eines speziellen Polymer-Compound sicher, dass das für einen Dränbeton notwendige Zusammenhaltevermögen des Einkornbetons gewährleistet wird – ebenso wie eine stabile und gleichmäßige Konsistenz, um die Verarbeitbarkeit des Materials zu garantieren.

„Dieses Zusatzmittel verklebt den Splitt mit dem Zementleim optimal. Dadurch wird auch verhindert, dass beim Einbau mit dem Offset-Gleitschalungsfertiger durch die starke Vibrationsverdichtung der Zementleim nicht von den Splittkörnern abläuft und somit der Beton entmischt “, betont Frank Wollny, Leiter Qualität der Heidelberger Beton GmbH im Gebiet Rhein-Main.

Auf die besonderen Eigenschaften (Verarbeitbarkeit, Wasserdurchlässigkeit, Festigkeit) des Bankettbetons kam es auch beim zweiten Projekt Anfang Juli an. Aus Sicherheitsgründen ließ das Landratsamt Böblingen die K 1054 in Hasenhof (Landkreis Böblingen) auf einer Länge von ca. 375 Metern einseitig mit einem 80 cm breiten und etwa 20 cm dicken Bankettbetonstreifen verbreitern.

Das ungebundene Bankett war durch schwere landwirtschaftliche Fahrzeuge sowie durch den üblichen Straßenverkehr stark beschädigt (Schlaglöcher, Absätze zur Fahrbahn, Materialverluste etc.).

Für das Material forderte der Baulastträger eine hohe Wasserdurchlässigkeit (Hohlraumgehalt 18 ± 3 Vol.-%) sowie eine der Verkehrsbelastung angemessene Betondruckfestigkeit von ≥ 15 MPa.

„Und da der Bankettbetonstreifen auf der zum Wald angrenzenden Straßenseite ausgeführt wurde, mussten wir darauf achten, die Wurzeln der Bäume nicht zu schädigen“, erläutert Siegfried Riffel.

Dies habe aber den Ablauf und Zeitplan in keiner Weise negativ beeinflusst.
Im Gegenteil: Das Landratsamt Böblingen hat auch im August an der K 1057 und im Dezember 2015 an der K 1021 die dortigen Bankette mit der neuen innovativen Bauweise befestigen lassen.

Riffel sieht für den Bankettbeton viele mögliche Einsatzgebiete:
„Vor allem im ländlichen Bereich bei schmalen Straßen sehe ich großen Bedarf, aber auch für Autobahnen in Baustellenbereichen mit 4+0-Verkehr.“

Dezember 2015