SUCHE


Evonik

Foto: SWARCO Limburger Lackfabrik GmbH

Rüttelstreifen im Straßenverkehr

Im Jahr 2013 kamen laut dem Statistischen Bundesamt 3.340 Menschen auf deutschen Straßen ums Leben – im Durchschnitt neun Verkehrsteilnehmer pro Tag.

Länder wie Dänemark, Italien oder Frankreich nutzen sogenannte Rüttelstreifen, um Auto- und Motorradfahrer vor gefährlichen Stellen zu warnen – in Deutschland ist diese Anwendung jedoch noch größtenteils unbekannt.

Straßen- und Flächenmarkierungen auf Basis eines von Evonik Industries produzierten Reaktions- harzes leisten durch die Reduzierung von Unfallgefahren bereits seit über 50 Jahren einen Beitrag zur Verkehrssicherheit.

Beispielhaft ist die Anwendung im Erzgebirge, die aufzeigt, wie Unfallschwerpunkte entschärft werden können.

Die K9107 zwischen Wolfsgrün und Hundshübel ist vor allem in den Sommermonaten bei Motorradfahrern sehr beliebt.

Wie die Unfallkommission des Erzgebirgskreises feststellte, wurde die kurvige Strecke immer wieder als Austragungsort für illegale Wettrennen benutzt.

Motorradfahrer nutzten insbesondere eine enge Haarnadelkurve als Fotogelegenheit für Fahrten in extremer Schräglage.

Allein zwischen 2007 und 2009 kam es an dieser Stelle zu zwölf Unfällen mit sieben Schwer- und neun Leichtverletzten.

Um die Verkehrsteilnehmer besser zu schützen, entschloss sich die zuständige Behörde 2009 dazu, die Kurve zu entschärfen.

Zu diesem Zweck wurde der Straßenbelag an bestimmten Stellen um je zwei Zentimeter abgefräst:

Eine Struktur entstand und die Fahrer mussten die Kurve nun vorsichtiger befahren.

Das Ergebnis dieser Maßnahme kann sich sehen lassen:
Seit Mai 2012 ereignete sich auf der Strecke kein einziger Unfall. „Die bauliche Gestaltung der Straße hat einen wichtigen Einfluss auf das Fahrverhalten“, schlussfolgert Jochen Henkels, Business Director Road Marking & Construction bei Evonik.

Für den Neubau des Streckenabschnitts suchte die Behörde nach einer genauso effektiven Maßnahme, die jedoch die frische Asphaltschicht nicht beschädigen sollte.

„Hier boten sich Quermarkierungen mit auf DEGAROUTE® basierender Kaltplastik als ideale Lösung an“, erläutert Henkels weiter.

An der Stelle wurden zwei verschiedene Arten von Quermarkierungen appliziert: ein leuchtend gelber Rüttelstreifen und drei schmale weiße Streifen.

Die auffällige Markierung kündigt die Gefahrenstelle nicht nur schon von weitem an, sondern bringt die Fahrer auch dazu, ihre Geschwindigkeit deutlich zu reduzieren.

„Daher sind wir uns sicher“, so das Fazit von Benjamin Schultz, Verkehrsingenieur des Landkreises, „dass die Maßnahmen die Unfallzahlen an dieser Stelle dauerhaft senken werden und damit die Straßen des Erzgebirgskreises sicherer machen“.

Für diese Leistung erhielt die Unfallkommission des Erzgebirges 2013 sogar den Sicherheitspreis des deutschen Verkehrssicherheitsrats.

„Immer mehr Gemeinden folgen diesem Beispiel – wie allein in Bayern auf der B307 bei Sudelfeld, der B47 bei Amorbach und der B11 bei Kesselberg“, sagt Heidi Ehlert, Laborleiterin beim Kaltplastik- Formulierer SWARCO Limburger Lackfabrik GmbH.

Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) empfiehlt Rüttelstreifen bundesweit insbesondere für Verkehrsknotenpunkte mit vielen Motorradfahrern.

Die Markierungen, so hat sich im Test gezeigt, verbessern die Aufmerksamkeit der Fahrer und erhöhen somit die Sicherheit.

Auch der ADAC befürwortet den Einsatz von Rüttelstreifen vor besonders unfallträchtigen Kurven.

August 2014