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Bild: Volz Consulting

Prozessoptimierung für den Betonstraßenbau

Der Verkehrswegebau verändert sich.
Die technischen Anforderungen an Baumaßnahmen steigen bei gleichzeitig zunehmendem Kosten- und Qualitätsdruck.

Um dieser Situation zu begegnen werden Kontrollsysteme eingesetzt.

So auch beim Mammutprojekt im Betonstraßenbau.

Hier, bei der ARGE A7 bauen seit dem Sommer 2016 HOCHTIEF, KEMNA und TESCH zwischen dem Bordesholmer Dreieck in Schleswig-Holstein und der Landesgrenze zu Hamburg eine Fahrbahnerweiterung auf sechs Fahrstreifen aus.

Dabei sind ca. 400.000 Kubikmeter Beton auf einer Strecke von rund 65 Kilometern einzubauen.

Zur Kontrolle der Baumaßnahme wurde die Software von der Volz Consulting GmbH eingesetzt.

Das als Bauprozessoptimierung (BPO) bezeichnete System ist, so der Anbieter, bereits seit mehr als einem Jahr auch als Prozesslösung für den Betonstraßenbau einsetzbar.

Es ermöglicht, so das Softwareunternehmen weiter, den Bauprozess von der Planung über die Ausführung bis hin zur Auswertung effizienter und transparenter zu gestalten, was durch eine Echtzeitvernetzung aller prozessrelevanter Faktoren erfolgt.

So werden z.B. Lieferscheindaten an der Mischanlage zeitgleich zum Beladevorgang in BPO erfasst und sofort den LKW-Fahrern, der Projektleitung, dem Polier und der Baustelle zur Verfügung gestellt, womit eine einheitliche Informationsbasis entsteht.

Damit herrscht Klarheit über die aktuelle Liefersituation, wann welcher LKW auf der Baustelle eintreffen wird und Störungen im Ablauf werden direkt erkannt, wodurch Gegenmaßnahmen umgehend ergriffen werden können.

Als Grundlage des Echtzeitsystems und der daraus resultierenden Prozessoptimierung dient ein Regelkreis mit Soll-Ist-Werten.

Dazu werden in der Planungsphase Vorgabewerte erzeugt, um den Baufortschritt kurzzyklisch und in Echtzeit messbar zu machen.
Die Bauleitung wird mittels BPO Schritt für Schritt durch den Planungsprozess geführt. Dabei werden in der Phase der Arbeitsvorbereitung alle relevanten Größen aufgenommen, unter anderem auch das Voraufmaß, die Leistungsvorgaben sowie die Rundenzeiten der LKW-Logistik.

Während der Bauausführung wurde die Kolonne zu Beginn vor Ort auf der Baustelle in der Systemanwendung trainiert.

Im Infrastrukturbau sind Störungen durch externe Einflüsse der Normalfall, was eine schnelle Anpassung den Planungsdaten erfordert.

Diese Planänderungen, hervorgerufen zum Beispiel durch Wetterlagen, Staus oder Logistikausfälle werden mittels BPO erfasst und automatisch allen Prozessbeteiligten in Echtzeit am Laptop, Smartphone oder Tablet-PC bereitgestellt.

Durch die Vernetzung von Mischanlage und Baustelle entsteht so eine virtuelle Lieferkette:

Auf einen Blick sind die bereits eingebauten Kubaturen, die Kubikmeter Beton auf dem Weg zur Baustelle und die noch zu produzierende Menge ersichtlich.

Auch die Berechnung der restlichen Materialmenge am Tagesende wird automatisch mit BPO bestimmt und wird vom Polier direkt über das System mit den Mischanlagen abgestimmt.

Die Baumaßnahmen an der Autobahn A 7 sind teilweise bis Neumünster abgeschlossen und, so die Information, der Mehrwert, den das System bietet wurde von allen Beteiligten beim weltweit ersten Betonprojekt, das mittels eines Echtzeitsystems gesteuert wurde, schnell erkannt.

So verläuft der Bauablauf deutlich ruhiger und die Zielvorgaben konnten verlässlich eingehalten werden.

Der gesamte sechsspurige Ausbau der Autobahn 7 soll planmäßig Ende 2018 abgeschlossen sein.

Mai 2017