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Güteschutz Kanalbau

Abb.: Güteschutz Kanalbau

Handbuch: ABAK

Über die RAL-Gütegemeinschaft Kanalbau verfolgen Auftraggeber, Ingenieurbüros und Unternehmen das gemeinsame Ziel, die Qualität im Kanalbau zu verbessern.

Aber wie geht man grundsätzlich an eine Sanierungsmaßnahme oder einen Neubau heran?
Was ist bei Ausschreibung und Vergabe und während der Bauüberwachung zu beachten?
Was bei der Abnahme?

Antworten auf diese und andere Fragen finden sich zum Beispiel im Handbuch „Ausschreibung und Bauüberwachung von Sanierungsmaßnahmen“ (ABS) der Gütegemeinschaft Kanalbau vgl.(Handbuch ABS).

Jetzt wurde in einem zweiten Handbuch das Grundlagenwissen bei „Ausschreibung und Bauüberwachung von Kanalbaumaßnahmen in offener Bauweise“ (ABAK) http://www.htbau.de/redaxo/index.php?page=content&article_id=1583&mode=edit&slice_id=1808&clang=0&ctype=1&function=edit#slice1808zusammengefasst.

Es behandelt die Umsetzung von Kanalbau-Maßnahmen in offener Bauweise, speziell Ausschreibung, Vergabe (Leistungsphase 6 und 7 der HOAI) sowie Bauüberwachung (Leistungsphase 8 der HOAI).

Für die Ausschreibung und Bauüberwachung werden wesentliche Grundlagen und Inhalte einer fachgerechten Leistungserbringung auf pragmatische, ingenieurtechnische Weise dargestellt.

Enthalten sind zudem Hinweise zur Leistungsbeschreibung der wesentlichen Gewerke und Muster zur vergaberechtskonformen Formulierung von Anforderungen an die Bietereignung.

Gegliedert ist das Handbuch in die Kapitel Grundlagen, Vergabeverfahren, Leistungsbeschreibung, Vergabe, Bauüberwachung und Abnahme.

„Wir möchten Fachgruppen, die sich mit Ausschreibung und Bauüberwachung beschäftigen, ein Nachschlagewerk für die tägliche Arbeit an die Hand geben“, erklärt Dipl.-Ing. (FH) Hans-Willi Bienentreu, einer der vom Güteausschuss der Gütegemeinschaft beauftragten Prüfingenieure, der neben ausgesuchten Fachautoren an der Realisation des Handbuches beteiligt war.

In Kapitel 1 werden die Grundlagen von Ingenieurleistungen und die Punkte Werkvertrag, Honorierung, Regelwerke und Haftung behandelt.

Hinzu kommen Erläuterungen zu organisatorischen Voraussetzungen und Planungsgrundlagen.
„Als wichtigste Grundlage für ein regelkonformes Ausschreibungsverfahren dient die bis dahin erarbeitete bauliche Kanalplanung der Leistungsphasen 1 bis 5 der HOAI. Ohne eine vollständige Ausführungsplanung ist eine VOB-konforme Ausschreibung im Sinne von § 7 Abs. 1 VOB/A nicht möglich“, so Bienentreu.
„Insbesondere wenn externe Planungsbüros mit Ingenieurleistungen beauftragt werden, sind die zu erbringenden Leistungen je Prozessschritt (zum Beispiel je HOAI-Leistungsphase) konkret zu dokumentieren und in geeigneter Weise für den nächsten Prozessschritt verfügbar zu machen.“

Ferner werden die wichtigsten Begrifflichkeiten und Unterlagen eines Vergabeverfahrens dargestellt.

Die Arten der Vergabe werden ebenso behandelt, wie die Themen Schwellenwerte, Bietereignung, Vertragsunterlagen und Veröffentlichung. Anhand von Fallbeispielen und Wertungsfolgen werden mögliche Fehlerquellen aufgezeigt.

Explizit widmet sich ein Kapitel der eVergabe.

Hierbei handelt es sich um die wohl wichtigste und weitreichendste Neuerung der Vergaberechtsreform 2016.

Sie ist im Kern eine technische Änderung:
Auftraggeber sind verpflichtet, ab dem 18.10.2018 bei EU-weiten Ausschreibungen sämtliche Kommunikation grundsätzlich mit elektronischen Mitteln durchzuführen, was die Rechtssicherheit erhöhen und die Manipulationsanfälligkeit reduzieren soll.

Das Kapitel „Leistungsbeschreibung“ beschäftigt sich insbesondere mit der Umsetzung der Anforderungen der VOB/C.

Was ist bei der Erstellung von Baubeschreibung und Leistungsverzeichnis zu beachten, damit der Auftragnehmer eine vernünftige Basis für seine Kalkulation erhält? Welche für die offene Bauweise wichtigen Normen spielen eine Rolle?

Das Kapitel „Vergabe“ befasst sich mit den Grundsätzen im Vergaberecht, der Ermittlung des annehmbarsten Angebots und der Auftragsvergabe.

Die Ermittlung des annehmbarsten Angebots erfolgt in einem vierstufigen Prüfungs- und Wertungsprozess (§ 16 VOB/A).

Der Prozess verfolgt das Ziel, die den formalen und technischen Anforderungen entsprechenden und somit vergleichbaren Angebote zu isolieren.
Nur diese sind in der Folge untereinander auf ihre Wirtschaftlichkeit hin zu prüfen und zu beurteilen.

Die Ausführungen zur Bauüberwachung befassen sich mit der Verantwortlichkeit der örtlichen Bauüberwachung im Sinne der vertraglichen Pflichten.

Die örtliche Bauüberwachung dient dem Auftraggeber und stellt durch Kontrollen und Prüfungen sicher, dass seitens des Bauausführenden ein mangelfreies Werk entsprechend dem Bauvertrag erreicht wird.

Das Thema Abnahme ist ein weiterer rechtlicher Schwerpunkt, denn nach § 12 Abs. 6 VOB/B gilt:
mit der Abnahme geht die Gefahr auf den Auftraggeber über. Aufgrund dieser Tatsache, dass mit der Abnahme auch eine Umkehr der Beweislast eintritt, muss sie mit Sorgfalt und zeitlicher Weitsicht vorbereitet werden.

Neben der fachgerechten Ausführung der Maßnahmen entscheiden die Ingenieurleistungen über den Erfolg einer Kanalbaumaßnahme.
Die implizierten Qualitätsanforderungen wurden vom Güteausschuss der Gütegemeinschaft Kanalbau unter Mitwirkung erfahrener Praktiker erarbeitet und im RAL-Anerkennungsverfahren von den einschlägigen Fach- und Verkehrskreisen bestätigt.

Das neue Handbuch ABAK ist eine Arbeitshilfe für alle Auftraggeber und Ingenieurbüros, die Mitglied der Gütegemeinschaft sind.
Ein Exemplar des Buches wird den betreffenden Mitgliedern in Kürze kostenfrei übersandt werden.

August 2017