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Hünnebeck

Bild: Hünnebeck

Schnelle Schalzeiten beim Stadionneubau

Der aktuelle Neubau der Generali Arena in Wien ist wohl im Augenblick als eines der wichtigsten Bauprojekte in Österreich zu bezeichnen, da es als internationales Vorbild für Nachhaltigkeit im Sportstättenbau gilt.

Der Traditionsfußballverein Austria Wien bezeichnet seine baulichen Aktivitäten am Laaer Berg im Wiener Gemeindebezirk Favoriten als einen Aufbruch in eine neue Ära, denn hier entsteht die neue Arena – Österreichs erstes nachhaltiges Fußballstadion.

In das Bauprojekt investiert der Verein rund 42 Mio. Euro.

Auch wird der Nachhaltigkeitsaspekt konsequent ausgeführt, denn eine Zertifizierung gemäß dem internationalen Auszeichnungssystem DGNB der Österreichischen Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft ist angestrebt.

Zudem ist der Stadionbau das Herzstück des Infrastrukturprojekts S.T.A.R. (Stadion, Trainingsplätze, Akademie, Regionales Nachwuchszentrum), in dessen Rahmen auch die Neugestaltung der Trainingsplätze, die Erweiterung der Akademie und ein neues regionales Nachwuchszentrum eingebunden sind.

Bis 2018 wird die Arena auf eine Kapazität von 17.500 Zusehern (national) bzw. 15.000 (international) erweitert, teilerneuert und auf den Standard einer UEFA-Vier-Sterne-Arena angehoben.

Ob Photovoltaikanlage auf dem Dach, Regenwassersammlung zur Rasenbewässerung, eine Wasseraufbereitungsanlage, Barrierefreiheit, Wiederverwendung von Abbruchmaterial und Aushub oder auch höchste Energieeffizienz – das Stadionkonzept betrachtet den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes unter optimierten ökologischen, ökonomischen und sozio-kulturellen Aspekten.

Entsprechend umfangreich gestalten sich Haustechnik und Innenausbau des Stadions, für den im Bauzeitenplan ein ganzes Jahr veranschlagt wird.
Die Rohbauzeiten sind auf zehn Monate terminiert.

Nach dem Abriss der 33 Jahre alten Nordtribüne und der wenig jüngeren Westtribüne im Sommer vergangenen Jahres läuft ihr Neubau aus jeweils zwei Rängen, wodurch eine Angleichung an das Dachniveau der Ost-Tribüne erfolgt.

Die Nord-Tribüne umfasst einen neuen VIP-Bereich für 800 Gäste, Business-Plätze, diverse Logen und Festsäle sowie Büros und eine zweistöckige Tiefgarage unterhalb der Tribüne.

Die neue Westtribüne ist als Familienbereich vorgesehen und bei der Südtribüne wird der Medienbereich modernisiert.
Dieser Bereich wird auch die Sicherheitszentrale und die Technik aufnehmen.

Um den Rohbau möglichst zügig abwickeln zu können, hat die bauausführende ARGE Swietelsky, Habau, Hazet ein Baustellenkonzept entwickelt, das die Nutzung von Betonfertigteilen und Ortbeton effizient miteinander verknüpft.

Seit Mitte November bringen Lkw sukzessive rund 1.200 Fertigteile auf die Baustelle – Zahnträger, Hauptträger und Tribünenstufen.

Gleichzeitig werden rund 22.000 m3 Transportbeton verbaut – beispielsweise beim Parkhausneubau, dem Bau der diversen Logen und VIP-Bereiche.

Einen hohen Anteil machen dabei Sichtbetonflächen in der Qualität SB2 aus, weshalb besonderes Augenmerk auf den Einsatz hochwertiger Schalsysteme gelegt wird.

Das ausführende Wiener Schalungsunternehmen Anna König Betriebs- und Ausführungs GmbH setzt bei den Schalungsprodukten und den entsprechenden Dienstleistungen auf Hünnebeck Austria.

Für die auszuführenden Deckenflächen hat das Unternehmen insgesamt 3.200 m2 der Topec Modulschalung im Einsatz – einen großen Anteil (ca. 44 Prozent) als Kaufschalung.
Die Detailplanungen für die Herstellung der bis zu 50 cm starken Deckenflächen haben die Schalungsspezialisten übernommen.

Eine ausgeklügelte Kombination aus Topec Großtafeln (180 cm x 180 cm) und 180 cm x 90 cm großen Tafeln sorgt für eine optimale Abstimmung auf die spezifischen Baustellenbedingungen.

Das ausführende Unternehmen arbeitet zum wiederholten Mal mit dem Schalungshersteller zusammen und fühlt sich daher gut aufgehoben.

Vorarbeiter Selhadin Zekovic führt die Schalungskolonne vor Ort und verrät:
„Bei der Generali Arena ist es vor allem die Topec Deckenschalung, die uns mit ihrer simplen und si-cheren Handhabung sehr schnelle Ein- und Ausschalzeiten beschert.“

Die Tafeln der trägerlosen Alu-Modulschalung werden mit wenigen Handgriffen durch maximal zwei Mann vom sicheren Boden aus montiert:
Tafel in das Lager einhängen, hochschwenken und abstützen.

Das Ausschalen geschieht in umgekehrter Reihenfolge – ebenfalls sehr zeitsparend, nicht zuletzt durch die patentierte Schnellabsenkung in den Hünnebeck Europlusstützen.

Der Projektleiter des Herstellers ergänzt:
„Obwohl die Topec Tafeln so leicht sind, sind sie wegen des biegesteifen Rahmenprofils dennoch robust und erzeugen mit ihrer pflegeleichten Vollkunststoffschalhaut eine sehr gute Oberflächenoptik.“

Ähnlich positiv wird auch die Verwendung des Wandschalungsklassikers Manto beurteilt, der mit einer Vorhaltemenge von rund 800 m2 auf der Stadion-Baustelle vorhanden ist.

Mit Hilfe dieses Produktes wird beispielsweise die aufgelöste Tragstruktur der neuen Tribünen her-gestellt – eine optisch attraktive Variante aus stark bewehrten Fachwerkelementen (anstelle der ansonsten üblichen massiven, großflächigen Stahlbetonwände).

Diese in Sichtbeton¬klasse 2 ausgeschriebenen Elemente werden mit selbstverdichtendem Beton hergestellt, weshalb ein besonderer Füllstutzen in die Schalelemente eingebaut wurde.

Auch beim Bau der diversen Treppenhäuser ist SB2 gewünscht – mit besonderem Augenmerk auf dem Ankerbild.

Für diese speziellen Herausforderungen wurden praktikable Detaillösungen entwickelt:
Beispielsweise zur Herstellung der Stirnseite eines Treppenhauskerns, der mit einem Aufzugschacht gekoppelt ist.
Hier galt es, eine spezielle Schalungslösung zu entwickeln, die das Ankerbild und die statischen Anforderungen gleichermaßen erfüllt.

Die Lösung: Auf der Stirnseite wird die Manto Schalung mit einer H20 Trägerschalung gekoppelt.

Neben solchen Sonderlösungen erfüllt die Großrahmenschalung auf der Arena-Baustelle aber auch viele alltägliche Aufgabenstellungen:
beispielsweise beim Bau einer massiven Stützwandkonstruktion, die den Niveausprung zwischen den Trainingsplätzen und einer 2 m hohen Aufschüttung abfangen wird, oder auch bei der Herstellung der einhäup¬tigen Wände für die zweistöckige Tiefgarage unterhalb der Nordtribüne.

All diese unterschiedlichen Herausforderungen können von dem Schalungssystem dank ihres um-fangreichen Tafelsortiments problemlos bedient werden, wie der Anbieter herausstellt.

Das ausgereifte System ist der robuste Allrounder unter den Wandschalungen des Anbieters und lässt auch im aufgestocktem Zustand einen Betondruck von 80 kN/m2 zu.

Dafür sorgt auch die zum System gehörige spezielle Richtzwinge, mit deren Hilfe zwei Tafeln in nur einem Arbeitsgang fest und fluchtend miteinander verbunden werden.

Bis zu 40 m2 Schalfläche lassen sich auf diese Weise ohne weitere Aussteifung umsetzen.

Bereits im Sommer sollen dann alle Rohbauarbeiten beendet sein.

Durch die aktuelle Bausituation kann dieser Zeitaspekt als sehr realistisch angesehen werden.

Juni 2017