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Primero

Bild: Primero-Schiefer

Walmdach Sanierung

Herrschaftliche Häuser erinnern an alte Zeiten und häufig stehen die alten Gemäuer unter Denkmalschutz, wodurch ihre Erhaltung und Unterhaltung meist sehr aufwändig und kostspielig ist.

Dies galt auch für das im niedersächsischen Emmerthal gelegene Rittergut Ohr

Bereits seit 1307 befindet sich das aus fünf Gebäuden bestehende Gut im Besitz der Herren von Hake.

Aus den mittelalterlichen Zeiten bis ins 19. Jahrhundert ist über die Ansiedlung wenig bekannt.
Erst durch einen Neubau des Herrenhauses in den Jahren 1847 bis 1851 vom Architekten Georg Ludwig Friedrich Laves sind bauliche Nachweise vorhanden.

Leider konnten sich die Eigentümer nicht lange am neuen Gut erfreuen, denn es brannte bereits 1871 ab.

So entstand 1872 das bis heute bestehende klassizistische Herrenhaus, nach einem Entwurf des Hannoveraner Architekten Peters.

Als regionale Besonderheit gilt das zweigeschossige, verputzte Massivbaus mit Walmdach mit den aufwändigen Terrassenanlagen.

Notwendig waren nun umfassende Sanierungsarbeiten, die von 2016 bis ins Jahr 2017 durchgeführt wurden.

So sollten durch die Arbeiten am Dach die Schäden an der tragenden Holzkonstruktion behoben werden.

Zugleich wurden auch die Durchfeuchtung des Kellergeschosses und der Sockelebenen sowie die Brüche in den Fensterstürzen und Setzungsschäden der Anbauten beseitigt.

Ohne Zweifel war die Sanierung des 750 m2 großen Walmdachs mit Rechteckschiefer-Doppeldeckung besonders aufwändig, denn sowohl die Deckart wie auch das Material sind für die Region eher ungewöhnlich.

Dietrich Freiherr von Hake, der auf dem Gut aufgewachsen ist, erinnert.
„Wenn Regen und Wind ungünstig zusammenkamen, wurde das Dach undicht“.

Durchgeführt wurde die Dacherneuerung von den Fachhandwerkern rund um Dachdeckermeister Stephan Stallmann von der Dieter Griese GmbH Bedachungen aus Emmerthal.

Zunächst wurde die vorhandene Deckung abschnittsweise bis auf die Sparren zurückgebaut.
Um bei der späteren Neudeckung mit den 60 × 30 großen Rechteckern möglichst wenig Unebenheiten in der Fläche zu erhalten, wurden die Sparren ausgeglichen.
Anschließend erfolgte eine Verlegung einer Unterdeckbahn oberhalb der Sparren, die mit der Konterlattung fixiert wurde.

Diese Unterdeckbahn diente während der Dachsanierungsarbeiten als Behelfsdeckung und schützte darüber hinaus die Dachkonstruktion dauerhaft vor Schäden bei nasser Witterung.

Auf die Konterlattung erfolgte eine auf die Schieferdeckung abgestimmte Traglattung, um abschließend die Dachfläche mit den speziellen Primero-Fixx® Rechteckern einzudecken.

Hierbei handelt es sich um vorsortierte Schiefersteine für die rationelle systemeigene Befestigungsmethode der Primero Schiefer GmbH, Wermelskirchen.

Sie ist in die vom ZVDH – Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks – herausgegebenen Fachregeln für Deckungen mit Schiefer unter der Rubrik Befestigungsmittel „Drucklufttechnik“ aufgenommen und zählt damit zum anerkannten Stand der Technik.

Basis dieses Schiefers, mit einer bauaufsichtlichen Zulassung (Z-56.278-3455) und dem dazugehörigen Prüfzeugnis, sind Steine, die der EN DIN 12326 entsprechen.

Diese werden mit einem weiteren Systembaustein, dem speziellen Primero-Fixx®-Schieferdübel ausgestattet, der aus dem Dübelwerkstoff Polyamid ist und werkseitig in die vorgelochten Steine eingefügt wird.

Bei der späteren Befestigung des Schiefers versenkt sich der systemeigene Nagelkopf oberflächenbündig in den Dübel.

Gleichzeitig sorgt er bei der maschinellen Vernagelung für eine gleichmäßige Druckverteilung auf dem Schiefer.
Nach der Nagelung erfüllt der Schieferdübel die Funktion des Nagelkopfes und ermöglicht somit einen dauerhaften Halt.

Untersuchungen mit dem System beim Materialprüfungsamt Dortmund zeigen, dass Schiefer, der hiermit befestigt wurde einen fast doppelt so hohen Auszugswert aufweist, als bei einer traditionellen „Handnagelung“ mit 2,8 × 35 mm Kupfernägeln.

Auch für den Handwerker hat sich der Einsatz des Produktes gelohnt.
„Wir hatten durch die Druckluftnagelung eine Zeitersparnis von mehr als einem Drittel für die gesamte Sanierungsmaßnahme. Ein Preisvorteil, der zum Auftrag geführt hat“, so der Dachprofi.

In gut zehn Wochen konnte er mit seinem Vier-Mann-Team das komplette Dach des Herrenhauses sanieren.
Neben den Schieferarbeiten gehörte ferner zu seinen Aufgaben der Rückbau von insgesamt fünf Schornsteinköpfen sowie die Erneuerung zahlreicher Mauerabdeckungen aus Zinkblech.

Selbstredend wurden alle Dacharbeiten in enger Abstimmung mit der Denkmalbehörde ausgeführt.

Oktober 2017